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"Das Spezifische am digitalen Kapitalismus, so Staab, ist die Herausbildung »proprietärer Märkte«: Kam es früher darauf an, Dinge herzustellen und mit Gewinn zu verkaufen, geht es im Zeitalter der Unknappheit um das Eigentum an den Märkten selbst."

Klingt spannend.
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RT @SustDigi
Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit: heute Abend stellt Philipp Staab sein Buch "Digitaler Kapitalismus", erschiene…
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@Johannes Brakensiek Und dann kommt LUKi und will die Märkte kaputt machen und da auch ne Unknappheit einführen... Da kann man ja gar nix mehr besitzen!

@tonnerkiller Naja, ich sehe schon ein, dass Softwareentwickler_innen auch irgendwie an ihr Geld kommen müssen, gerade wenn es nicht um SaaS geht. Aber besonders Kirche und Staat hätten hier die Chance wirklich einen Paradigmenwechsel einzuleiten, der total im Interesse derjenigen ist, die für soziale und globale Gerechtigkeit eintreten. Dass das noch nicht geschnallt wurde, liegt imho an der guten Lobby der Konzerne und unserer geballten Digital-Inkompetenz.

@Johannes Brakensiek Och, daß die Entwickler ihr Geld kriegen find ich schon wichtig ;) Nur ist doch die Frage, wofür werden sie bezahlt? Für geleistete Arbeit, oder dafür, daß sie ihre Kunden quasi gefangen hält in nem proprietären fenced garden. Aber vielleicht seh ich das am Ende der Ausbildung nochmal anders ;)

@tonnerkiller Naja, wenn du Software vermarkten willst, brauchst du halt ein sinnvolles Modell. Gibt Floss-Entwickler, die ihre Apps in den AppStores haben, so gerade über die Runden kommen und ohne den kostenlosen Fork das 3 fache verdienen würden. Fair? Sinnvoll?

@Johannes Brakensiek Jo, die Beispiele wo man einfach was entwickelt und feilbietetsind prekär - ich glaubeschon immer gewesen in vielen Kontexten. Auftragsarbeit bringt da eventuell schon mehr: Manliefert ab und kassiert, nächstes Projekt. Solche Produkte können dann vielleicht auch eher Open Source sein...

@tonnerkiller Ja, das funktioniert natürlich besonders bei FLOSS. Wenn jemand Interesse an FLOSS hat, muss das Ergebnis des Auftrages dann auch frei sein. Wenn aber das Ergebnis des Auftrages wettbewerbskritisch ist, wird sich der Auftraggeber gut überlegen, ob er das Ergebnis auch anderen zur Verfügung stellen will bzw. ob er FLOSS nutzt.

@Johannes Brakensiek Aber werden solche Entwicklungen nicht typischer Weise von der hauseigenen IT entwickelt? Da könnte es sogar FLOSS sein, wenn es einfach nicht verbreitet wird. Wenn ich mich recht entsinne gibt es ja keine Pflicht, das Zeug ins Internet zu stellen...

@tonnerkiller Hauseigene IT gibt es immer seltener, glaube ich. Bei einem externen Dienstleister würde die GPL schon schwierig, AGPL geht auch bei interner IT nicht (oder nur solange es niemand rausfindet 😉).

Mit BSD/Apache ist das anders, klar (GPL Software darf ja zB offiziell nicht in Apples App Store. Für manche schon ein Riesenproblem.)

@Johannes Brakensiek Liegt wahrscheinlich daran, daß ich so altmodisch denke, aber wettbewerbskritische Dinge würd ich nicht aus der Hand geben...

@tonnerkiller Kommt sehr drauf an, denke ich. Manche KMU haben ihre Buha/ERP/CRM vielleicht mal selbst geschrieben. Aber viele kaufen sie heute ein und lassen sie anpassen. Da will man dann nicht, dass andere das Ergebnis sehen.

@Johannes Brakensiek Gut, ERP machen wir ja. Aber da gibt es ein Produkt für alle, gut mit der ein oder anderen individuellen Anpassung. Aber die würde bei Konkurrenten gar nicht passen... Vielleicht versteh ich den Begriff "wettbewerbskritisch" auch einfach enger....

@tonnerkiller Software wird im Rahmen der Digitalisierung auf jeden Fall wichtiger. Da werden sich auch mehr Manager_innen mit der Frage beschäftigen, von wem sie sich wie abhängig machen.

@Johannes Brakensiek ... und dann stellt sich die Frage, was Standarddinge sind, die offen sein können weil jeder das macht, und was speziell und wettbewerbsentscheidend ist. Da würd ich den Daumen drauf halten. Das würd ich dann aber auch nicht als Closed Source rausgeben, bzw würd ich sowas als Anderer auch nciht als Closed Source kaufen wollen - kommt schließlich vom Konkurrenten udn wer weiß, was das nach Hause meldet. Amazon hat ja auch kein Windows-Rechner und Google keine von Apple...

@tonnerkiller Jepp. Und dann gibt es ja auch die, bei denen es trotzdem geht, wie @nextcloud.

Für den ganzen öffentlichen und Bildungsbereich gilt das auf jeden Fall nicht. Wir sollten auch in den Kirchen verstärkt darauf hinweisen, dass Software unter den Bedingungen der Digitalisierung strukturiertes Wissen ist und es ist Bildung, da zu investieren und es zu teilen.

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