Ich schau in die Mails, sehe Einladung der Ev. Akademie. Lese da so etwas wie "Gewinnen Menschen nun göttliche Qualitäten?" als theol. Thema zum Feld , formuliert von Prof. von Lüpke. Wenn ich sowas lese, muss ich leider in aller Härte sagen: Thema verfehlt. Gerade bei dem Thema zeigt sich, dass die Theologie als Inselwissenschaften nicht mehr in der Lage sind aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu bearbeiten.

Das Thema /#AI ist zugegebenermaßen Komplex. Dafür bräuchte es so etwas wie Universalgelehrte, die es heute nicht mehr geben kann. Aber gerade wenn das so ist, käme es auf interdisziplinäres Arbeiten an. Und nicht darum, Fragen zu stellen, die mit dem Thema nichts zu tun haben.

@letterus vor allem ist diese Frage, wenn sie aus der theologischen Ecke kommt, eh rein rhetorisch zu verstehen. Wir wissen ja genau, dass die Antwort aus dieser Richtung "Nein" (und in diesem Fall durchaus nicht zu unrecht) lauten wird. 😅 Finde, die Philosophie macht es an einigen Stellen vor, wie philosophisch geschulte Menschen durch ihre Fähigkeit, sich in verschiedene Gedankenwelten und Paradigmen hineinzudenken und diese zu verknüpfen, zum interdisziplinären Verständnis beitragen können.

@letterus Insofern könnten auch Theolog*innen als im Denken und im Dialog geschulte Menschen durchaus helfen, interdisziplinäres Nachdenken über Dinge wie AI etc. zu fördern. Mich stört hier auch die völlig am Thema vorbei gehende und mit theologischer Normativität aufgeladene Frage. Denn sie erzeugt ein Framing, das den Dialog eher schwierig macht und die echte Neugier auf die Perspektive anderer Disziplinen eher abwürgt.

@kraehenpost Naja, ich behaupte: Sie zeugt zuallererst von übergroßer Unkenntnis vom Fachbereich der Informatik. Das geht heute einfach nicht mehr.

@letterus Ich gebe dir da Recht, Johannes, finde aber, dass der Vortrag ein paar spannende Fragen stellt, ob der Vortragende sie beantworten kann, weiß ich nicht und habe da auch meine Zweifel, allein der erste Satz:

"Von Menschen geschaffen, können die Systeme künstlicher Existenz in vielerlei Hinsicht mehr als wir Menschen von Natur aus." Das stimmt so nicht. KI kann schneller rechnen, aber nicht mehr, im Gegenteil, KIs werden nie Spontaneität besitzen und keinen Glauben ...

@kraehenpost

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@datenteiler @letterus @kraehenpost KI kann dem Menschen schon überlegen sein, z. B. bei Verrichtung ausdauernder Tätigkeiten , ohne dass die "Geschöpfe" ermüden oder ihre Werkzeuge (als Pendant zu den menschlichen Gelenken z. B.) verschleißen. Man muss da wohl differenzieren bei der Diskussion mit Theologen. Aber die Bearbeitung ethischer Fragen beim Einsatz von KI hinkt meiner Wahrnehmung nach den technischen Möglichkeiten hinterher.

@GabrieleSorge Das habe ich nicht bestritten.😉 Aber du hast recht, dass ich das Attribut "Ausdauernd" nicht hatte. KIs können ausdauernder und schneller rechnen, als Menschen das jemals können werden. (Bei Gelenken etc. wäre ich eher bei Robotern, als bei KIs, muss ja nicht zwingend das gleiche sein.) KIs können nie von sich aus Bewusstsein erlangen, Menschen müssten es ihnen einprogrammieren, aber soweit sind wir noch nicht.
@letterus @kraehenpost

@datenteiler @GabrieleSorge @letterus @kraehenpost
Es gibt ein Lernen in diesem Bereich, dass schon offener ist, als was wir üblicher Weise mit einprogrammieren verbinden.
Es gibt ja in unserem Weltverständnis einen Bereich der Intuition, Gefühle, Gedanken, der teilweise auch von anderen geteilt wird und der vermutlich eine wichtige Erkenntnisquelle ist. Hier vermute ich, zeigt sich ein Geheimnis des Lebens, das nicht so einfach für KI zugänglich wird.
Oder kennt Ihr da Schnittstellen?

@HGU @datenteiler @letterus @kraehenpost Zur Unterscheidung von KI und Mensch scheint mir auch das Üben von Barmherzigkeit und (zumindest als menschliche Handlungsoption) der Auftrag Jesu in Matthäus 5,43-45: „Ihr habt gehört, dass es gesagt wurde: „Liebe deinen Nächsten und hasse deinen Feind“. Aber ich sage euch, liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet.“ 

@GabrieleSorge @HGU @datenteiler @kraehenpost Naja, ich glaube, ihr seid dem Impuls von von Lüpke aus meiner Sicht schon auf den Leim gegangen. KIs können viel - aber eben so wie ein Kfz-Motor mehr PS hat als ein Fahrradfahrer. Aber sie können nichts wahrnehmen und empfinden und da ist auch nichts, was etwas empfinden kann, d.h. es gibt überhaupt keine Person und keine Intelligenz im menschlichen Sinne.

@GabrieleSorge @HGU @datenteiler @kraehenpost Das, was es gibt, sind sehr intelligente Menschen, die es geschafft haben Maschinen Muster beizubringen, die für uns intelligent oder personenhaft wirken.

@letterus @HGU @datenteiler @kraehenpost Das ist auch meine Sicht der Dinge. Trotzdem finde ich es gut, wenn man bei der Beurteilung dieser Technik Kriterien formuliert, anhand derer man für eigenes Handeln bei ihrem Gebrauch seine Grenzen ziehen kann oder sollte. Möglicherweise ist diese Richtung der Diskussion nicht angestrebt beim oben genannten Vortrag 🤔

@letterus @GabrieleSorge @HGU @datenteiler @kraehenpost Ein Chatbot nimmt eine Eingabe entgegen, wertet sie aus, unter Zuhilfenahme eines großen Datenbestandes und des Kontextes der Unterhaltung und beendet mit einer Antwort. Also eine Funktion (Wissen, Kontext, Stimulus) => Reaktion.

Das hat zwei unmittelbare Konsequenzen:
1. Bis zur nächsten Eingabe (also Äußerung des Benutzers gegenüber dem Bot) findet keine weitere Arbeit mit dem Kontext statt, es wird nicht weiter über die Konversation "nachgedacht".

2. Der Bot hat keine Möglichkeit, nicht zu antworten. Das ist in unserer "kulturellen Programmierung" zwar verpönt, aber es ist immer eine Möglichkeit. Auch Tiere haben diese Möglichkeit (meine Katzen machen das ständig untereinander), das ist also keine "höhere" kognitive Funktion.

Das sind keine hinreichenden Bedingungen, aber aus meiner Sicht notwendige, ohne die man sich über Intelligenz in Chatbots nicht den Kopf zerbrechen braucht. Und sie sind ausreichend schwer zu erfüllen, dass sie verhindern, sich in den nächsten Jahren wieder mit dem Thema befassen zu müssen ;-)
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